Aktualisierte Anwendungsempfehlungen des NIG

Umfassende Aktualisierung vom 23.12.2021

Das Nationale Impfgremium (NIG) hat die Anwendungsempfehlungen für die COVID-19-Schutzimpfung umfassend aktualisiert. Neuerungen zur jeweils letzten Fassung sind im Dokument rot hervorgehoben. Wir haben die Änderungen hier für Sie zusammengefasst:

  • Vierte Impfung
    Mangels wissenschaftlicher Daten ist eine weitere (vierte) Impfung derzeit nicht allgemein empfohlen. In Anbetracht einer drohenden Omikron-Welle kann diese jedoch in Hochrisikobereichen (z.B. exponiertes Gesundheitspersonal) sowie in systemkritischen Bereichen ab sechs Monaten nach der dritten Impfung nach ärztlicher Individualeinschätzung angeboten werden (off-label). Es gibt noch keine Evidenz, dass diese zusätzliche Impfung Infektionen vermeiden kann. Es ist jedoch davon auszugehen, dass damit schwere Erkrankungen vermieden werden können.
  • Nuvaxovid
    Im Dezember 2021 wurde der Impfstoff Nuvaxovid (NVX-CoV2373) der Firma Novavax EU-weit für Personen ab 18 Jahren zugelassen. Dabei handelt es sich um einen proteinbasierten, rekombinanten Impfstoff mit Adjuvans, der in einem Zwei-Dosen-Schema verabreicht wird. Erste Lieferungen des Impfstoffes nach Österreich werden für das 1. Quartal 2022 erwartet.
  • Dritte Impfung
    Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren: Angesichts der raschen Ausbreitung der Omikron-Variante kann nach ärztlicher Individualeinschätzung und auf Wunsch der zu impfenden Person bzw. deren Obsorgeberechtigten in Ausnahmefällen eine dritte Impfung auch bereits ab vier Monaten nach der zweiten Impfung erfolgen (off-label).
  • Bisher ungeimpfte Personen
    Bei Personen, die erst jetzt eine Impfserie beginnen, kann in Anbetracht einer drohenden Omikron-Welle ein 3 + 1-Schema in Erwägung gezogen werden (siehe Schema für Immunsupprimierte, Tabelle 5 auf Seite 21). Dieses Impfschema soll nur nach ärztlicher Individualeinschätzung und auf Wunsch der zu impfenden Person erfolgen.
  • Versäumte Impfungen und abweichende Impf-Intervalle
    Ein Unterschreiten des Impfintervalls von 14 Tagen (off-label) ist aus immunologischer Sicht nicht sinnvoll und daher auch nicht empfohlen. Bei Überschreiten der maximal empfohlenen Impfintervalle soll die zweite Impfung ehestmöglich nachgeholt werden (off-label). Ausnahme ist, wenn zwischen erster und zweiter Impfung ein Intervall von sechs Monaten überschritten wurde, so ist die zweite Impfung als erste Impfung anzusehen.
  • Genesung und danach Impfung
    Bei Personen, deren PCR-bestätigte Infektion zum Zeitpunkt der Impfung kürzer als sechs Monate zurückliegt und die erst eine Impfung erhalten haben, ist diese Impfung immunologisch gesehen einer zweiten Impfung gleichzusetzen.
    Auf Grund der Ausbreitung der Omikron-Variante gilt nun: Liegt die PCR-bestätigte Infektion sechs Monate oder länger zurück, so soll wie bei ungeimpften Personen vorgegangen werden. Personen, die nach Vorliegen neutralisierender Antikörper nur einmalig geimpft wurden bzw. bei denen die PCR-bestätigte Infektion länger als sechs Monate vor der Impfung erfolgte, sollen umgehend eine weitere Impfung erhalten. Dies gilt auch für Personen, bei denen der Zeitpunkt der Infektion zum Zeitpunkt der Impfung nicht bekannt war.
    Genesene Personen ab 18 Jahren (off-label), bei denen mindestens zwei Impfungen erfolgt sind, und bei denen die oben empfohlenen Intervalle überschritten wurden, sollen eine dritte Impfung ab vier Monaten nach der zweiten Impfung erhalten.

 

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