Maßnahmenpaket für niedergelassenen Ärzte, Stand 14.3.2020

Nach intensiven Gesprächen mit der Sozialversicherung können wir nun über folgendes Maßnahmenpaket informieren, das für die Dauer der Pandemie gilt.

1. Medikamentenverschreibung, keine Bewilligungspflicht

Für die Zeit der ausgerufenen Pandemie wird die Bewilligungspflicht für Heilmittel für den 3-Monatsbedarf an Medikamenten aus der grünen Box und für Medikamente aus der gelben Box ausgesetzt. Dabei ist zu beachten, dass eine Neuverordnung aus der gelben Box nur für einen Monat, Weiterverordnungen dann auch für drei Monate ohne Bewilligung möglich sind. Damit wird sichergestellt, dass chronisch kranke Personen ihre benötigten (Dauer-) Medikamente auch dann zur Verfügung haben, wenn Arztbesuche nur mehr eingeschränkt möglich sind.

2. Bewilligungsfrei: Krankentransporte, Heilbehelfe und Hilfsmittel, Röntgen und Schnittbilduntersuchungen

Die ÖGK hat informiert, dass Krankentransporte bis auf Weiteres bewilligungsfrei sind. Gleiches gilt laut ÖGK auch für Heilbehelfe und Hilfsmittel bis zu einem Gesamtausmaß von EUR 1.500,- sowie Röntgen und Schnittbilduntersuchungen.

3. Elektronisches Rezept - in Kürze möglich

Die Sozialversicherung arbeitet mit Hochdruck an einer kurzfristigen Lösung, dass Rezepte (ausgenommen Suchtgiftrezepte) elektronisch von der niedergelassenen Ärztin bzw. vom niedergelassenen Arzt an die Apotheke übermittelt werden können. Dies kann einerseits mit der e-Medikation funktionieren und andererseits (für die Ärztinnen und Ärzte, die nicht zur Nutzung verpflichtet sind), per E-Mail oder Fax von der Ärztin/dem Arzt an die Apotheke.
Auch mit dieser Maßnahme können nicht unbedingt erforderliche Kontakte in einer Ordination vermieden werden,
➔ indem der Patient telefonisch seinen Medikamentenbedarf bei seiner Ärztin bzw. seinem Arzt bekannt gibt,
➔ die Ärztin oder der Arzt dies elektronisch an die Apotheke übermittelt und
➔ die Medikamente mit Nennung des Namens und der Sozialversicherungsnummer vom Patienten/Angehörigen abgeholt werden können. Sobald wir hierzu eine Bestätigung zur technischen Lösung und zum Ablauf seitens Sozialversicherung erhalten, werden wir diese Informationen unmittelbar an Sie weiterleiten.

4. Telefonische Krankmeldung

Die telefonische Krankmeldung ist nicht nur für am Coronavirus erkrankte Personen, die ohnehin abgesondert sind, sondern auch für alle anderen Erkrankten möglich. Es geht auch hier wieder darum, dass Personen mit Erkrankungen, die nicht unbedingt eine ärztliche Konsultation erfordern, von anderen Patienten mit behandlungsbedürftigen Erkrankungen fernbleiben und Ordinationen entlastet werden. Sofern möglich, sollte bereits das Ende der Arbeitsunfähigkeit bei der Arbeitsunfähigkeitsmeldung (AU) bekannt gegeben werden.

5. Telemedizinische Krankenbehandlung

Telemedizinische Krankenbehandlungen (via Skype, Videokonferenz, Telefon) können soweit sie notwendig sind, wie eine in der Ordination erbrachte Leistung abgerechnet werden.

O-Card statt e-Card

Stecken Sie bitte aus Hygienegründen bis auf Weiteres statt der e-Card die o-Card.

Fristen Mutter-Kind-Pass

Es laufen derzeit Gespräche mit der Sozialversicherung, die Fristen für Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen zu verlängern. Sobald wir Konkretes wissen, werden wir Sie umgehend informieren.

Schließung einer Ordination

Sollte Ihre Ordination aufgrund eines Verdachtsfalles oder aus anderen Gründen geschlossen werden, bitten wir Sie darum, uns diese Information per E-Mail an stf(at)arztnoe.at oder per Fax an +43 1 53751 19 zukommen zu lassen. Damit können wir eine vorrübergehende Schließung Ihrer Ordination in der Ärzteliste sowie der Arztsuche eintragen. Für Vertragsärztinnen und Vertragsärzte leiten wir eine entsprechende Meldung an die Sozialversicherung weiter. Bitte vergessen Sie nicht, uns auf denselben Kommunikationswegen darüber zu informieren, wenn Sie Ihre Ordination wieder öffnen. Damit können wir Ihre Ordination in der Ärzteliste und der Arztsuche wieder als geöffnet führen.

Anspruch auf Vergütung bei Ordinationsschließung

Wir dürfen Sie noch einmal darüber informieren, dass wenn aufgrund einer meldepflichtigen Erkrankung behördliche Maßnahmen, wie etwa die Schließung eines Betriebes, erforderlich sind und dadurch ein Schaden entsteht, das Epidemiegesetz in seinen §§ 32 und 33 vorsieht, dass für durch die Behinderung des Erwerbes entstandene Vermögensnachteile eine Vergütung zu leisten ist. Der Anspruch auf diese Vergütung ist binnen sechs Wochen vom Tag der Aufhebung der behördlichen Maßnahmen bei der Bezirksverwaltungsbehörde, in deren Bereich diese Maßnahmen getroffen wurden, geltend zu machen, ansonsten erlischt der Anspruch.

Wir sind aktuell politisch darum bemüht, dass es zu Ausgleichszahlungen durch den Bund für Ordinationen kommt, wenn das gesamte Ordinationspersonal ausfällt und ein Ordinationsbetrieb dadurch nicht mehr aufrecht zu erhalten ist.

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