NÖ Ärztekammer rät Ordinationen, Patientenkontakte auf das Notwendigste zu reduzieren

15.3.2020: Neue Empfehlungen für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die von der Regierung aktuell angeordneten Maßnahmen sind aus unserer Sicht gerechtfertigt und absolut sinnvoll, müssen aber unseres Erachtens laufend erweitert werden, um eine Entwicklung hin zu den derzeitigen Zuständen in Norditalien zu verhindern. Wir gehen daher davon aus, dass von der Bundesregierung weitere Restriktionen angeordnet werden.

Ärztinnen und Ärzte nehmen zur Zeit genauso wie viele andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Gesundheitsberufen eine zentrale Schlüsselrolle ein und werden in den kommenden Wochen noch dringender gebraucht werden als bisher. Für den Krankheitsverlauf von Covid-19 Patienten wird es entscheidend sein, wie gut es uns gelingt, die Strukturen im Gesundheitssystem aufrechtzuerhalten. Hier sind wir alle gefordert!

So wie in den Spitälern bereits sinnvollerweise alle nicht akut und zwingend notwendigen Interventionen aufgeschoben werden, müssen auch in den Ordinationen alle nicht zwingend notwendigen Patientenkontakte soweit wie möglich reduziert werden.

Daher appellieren wir an Sie:

  • Sagen Sie alle Routinekontrolluntersuchungen, sämtliche plan- und verschiebbaren Termine in Ihrer Ordination telefonisch ab!
  • Patienten sollten nur in die Ordination kommen, wenn es unbedingt erforderlich ist!
  • Es sollten maximal vier bis fünf Patienten gleichzeitig in der Ordination sein! Dafür ist es dringend notwendig, dass die Ordination als Terminordination geführt wird.
  • Ein Betreten der Ordination soll ausschließlich nach telefonischer Voranmeldung erfolgen. Die Mitarbeiter/innen sollten immer nach dem Grund des Ordinationsbesuchs fragen, es braucht eine erhöhte Sensibilität bezüglich Husten und Fieber. Die Dringlichkeit eines Ordinationsbesuchs muss im Einzelfall zwischen Arzt und Patient abgeklärt werden.
  • Jeder Patient und jede Patientin muss unmittelbar nach Betreten der Ordination seine Hände waschen!
  • Stecken Sie die o-card statt der e-card!
  • Telemedizinische Krankenbehandlungen via Skype, Videokonferenz oder Telefon können soweit sie notwendig sind, wie eine in der Ordination erbrachte Leistung abgerechnet werden.

Es ist uns klar, dass diese Empfehlungen zweifellos bei vielen Fächern mit überwiegend elektiven Patientenkontakten zu erheblichen finanziellen Einbußen führen werden. Angesichts der laufenden Entwicklung (wenn die Anzahl der Infektionen weiter im aktuellen Ausmaß steigt, werden wir vermutlich sehr rasch die Kapazitätsgrenze bezüglich Beatmungsbetten überschreiten) muss aber wohl jede Chance zur Verlangsamung der Virusausbreitung genützt werden.

Wir ersuchen Sie dringend, diese Empfehlungen in Ihrem eigenen Interesse, aber auch im Interesse der gesamten Bevölkerung umzusetzen! Herzlichen Dank!

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