Testpflicht für Mitarbeiter in Ordinationen

Der Zick-Zack-Kurs der Ge- und Verbote im Zusammenhang mit dem Versuch, die Verbreitung von COVID-19 zu verhindern, geht weiter. So tritt mit 18.2.2021 eine Novelle der derzeit geltenden 4. COVID-19-Schutzmaßnahmenverordnung in Kraft und zwar bis vorerst 27.2.2021.

Gemäß dieser Novelle dürfen Betreiber/innen von Ordinationen sowie von Krankenanstalten und Kuranstalten sowie Gesundheits- und Pflegedienstleistungserbringer/innen ihre Mitarbeiter/innen nur dann einlassen, wenn spätestens alle sieben Tage ein negativer Antigen-Test auf SARS-CoV-2 oder ein molekularbiologischer Test auf SARS-CoV-2 vorliegt. Der Nachweis darüber ist für die Dauer von sieben Tagen bereitzuhalten. Im Falle eines positiven Testergebnisses können Mitarbeiter/innen dennoch ausnahmsweise beschäftigt werden, wenn

  1. sie jedenfalls mindestens 48 Stunden symptomfrei nach abgelaufener Infektion sind und
  2. auf Grund der medizinischen Laborbefunde, insbesondere aufgrund des CT-Werts >30 davon ausgegangen werden kann, dass keine Ansteckungsgefahr mehr besteht.

Diese Testungen können für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kostenlos in den Teststraßen durchgeführt werden. Selbstverständlich dürfen auch Ärztinnen und Ärzte diese Tests für ihr eigenes Personal machen, allerdings sind diese derzeit nicht mit der Kasse verrechenbar.

Weiters wird festgehalten, dass Ordinationsinhaber und deren Angestellte bei Kontakt mit Patientinnen und Patienten durchgehend eine Corona SARS-CoV-2 Pandemie Atemschutzmaske (CPA), eine FFP2-Maske ohne Ausatemventil oder eine Maske mit höherem Standard tragen müssen.

Die Ausnahmenregelungen der Verordnung in § 16 Abs 11 sehen vor, dass einem Nachweis über ein negatives Testergebnis auf SARS-CoV-2 eine ärztliche Bestätigung über eine in den letzten sechs Monaten vor der vorgesehenen Testung durchgemachte und zu diesem Zeitpunkt aktuell abgelaufene Infektion oder ein Nachweis über neutralisierende Antikörper für einen Zeitraum von sechs Monaten gleichgestellt sind. Ob eine abgeschlossene Impfung ebenfalls eine Ausnahmeregelung darstellt, ist derzeit nicht geregelt. Es kann daher nicht davon ausgegangen werden, dass diese ausreicht.

Zu den Antikörper-Tests findet sich mit Datum 10.2.2021 auf der Website des Gesundheitsministeriums folgende Hintergrundinformationen:

Viele der derzeit verfügbaren Antikörper-Tests (sowohl Schnelltests als auch ELISA-Tests in Laboren) können nur Auskunft darüber geben, ob eine positiv getestete Person schon einmal infiziert war. Ein positives Testergebnis aus einem Schnelltest muss in einer Laboruntersuchung bestätigt werden. Diese ELISA Tests geben zwar Auskunft über das quantitative Vorhandensein von Antikörpern, aber nicht über deren neutralisierende Wirkung. Derartige Untersuchungen werden mit sensitiveren Methoden wie z.B. durch Neutralisationstests, die das Vorhandensein von neutralisierenden Antikörpern untersuchen, durchgeführt. Dafür werden allerdings aufwendige Laborauswertungen und -geräte benötigt, die entsprechende Kosten mit sich bringen. Es handelt sich bei Antikörpernachweisen um ein sehr komplexes Themenfeld, wobei die Beurteilung von Laborergebnissen durch entsprechendes Fachpersonal erfolgen sollte.

Neutralisationstests, d.h. Tests auf neutralisierende Antikörper, können Auskunft über eine allfällige Immunantwort geben. Neutralisierende Antikörper gelten als Surrogatmarker für Immunität und geben einen Hinweis auf bereits gebildete SARS-CoV-2 Antikörper. Die Durchführung von Neutralisationstests muss in speziellen Laboren erfolgen, da mit einem infektionsfähigen Virus gearbeitet wird.

Laut Verordnung ist vorgesehen, dass ein positiver Test auf neutralisierende Antikörper denselben Status bekommt wie der Status „Genesen“, wobei der Testzeitpunkt gleichgesetzt wird mit dem ärztlichen Nachweis einer abgelaufenen Infektion bei Genesenen.

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