Unterschiedlicher Impfstart in den neun Bundesländern

Seit 26.12.2020 gibt es bundesweit gültige Empfehlungen des Nationalen Impfgremiums zur Priorisierung der COVID-19-Schutzimpfung. Die Umsetzung dieser Empfehlungen und die Impfkoordination wurden allerdings vom Bund an die Länder delegiert, was zu unterschiedlichen Impfstrategien in den einzelnen Ländern geführt hat. In Niederösterreich ist für die Impfkoordination Notruf NÖ zuständig. Das bedeutet, dass Notruf NÖ festlegt, wer wann wie viel Impfstoff zur Verfügung gestellt bekommt. In den Empfehlungen des Nationalen Impfgremiums ist genau festgehalten, welche Zielgruppe in welcher Phase geimpft werden soll. Ärztinnen und Ärzte befinden sich nur vereinzelt in Kategorie I, der Großteil der niedergelassenen Ärzteschaft findet sich in Kategorie II bzw. III wieder. Selbstverständlich haben wir diese Priorisierung nicht tatenlos akzeptiert, sondern konnten erreichen, dass alle ordinationsführenden Ärztinnen und Ärzte, die in keinem Landesklinikum angestellt sind, wo sie bereits geimpft werden, sowie ihre nachweislich risikoexponierten Angestellten bereits früher als vom Nationalen Impfgremium empfohlen geimpft werden, nämlich ab dem 1.2.2021.

Einzelne Bundesländer, wie beispielsweise Wien, folgen diesen Empfehlungen, die vom Bund vorgegeben werden, nur teilweise. So hat die Bundeshauptstadt die mit der höchsten Priorität angeführte Zielgruppe, nämlich die Bewohnerinnen und Bewohner von Alten-und Pflegeheimen, nur zu einem kleinen Teil geimpft (in 24 von 122 Pensionistenheimen). Die dabei nicht verimpften Impfstoffe werden nun in die Messehalle gebracht und in einer großen Impfstraße an einen Teil der Ärzteschaft verimpft. Das Land Niederösterreich hat hingegen alle Bewohnerinnen und Bewohner der 105 Pflegeheime geimpft, womit die ersten 26.000 Dosen bereits aufgebraucht sind. Die Impfdosen, die in den kommenden zwei Wochen geliefert werden, müssen nun für die Zweitimpfung verwendet werden. Ein Eingriff in dieses reservierte Kontingent ist unmöglich und auch aus medizinischer Sicht durch nichts zu rechtfertigen. In intensiven Gesprächen konnten wir allerdings erreichen, dass in Niederösterreich im Anschluss daran nicht die über 80-Jährigen außerhalb der Pflegeheime geimpft werden, sondern die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte sowie deren Angestellte.

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