Anstellung von Ärzten in Ordinationen und Gruppenpraxen

Seit der Veröffentlichung der Ärztegesetznovelle vom 19. März 2019 ist die Anstellung von Ärztinnen/Ärzten bei anderen Ärzteinnen/Ärzten und in Gruppenpraxen berufsrechtlich gestattet. Das maximale Ausmaß der erlaubten Anstellung(en) beträgt in Einzelordination bis zu 40 Wochenstunden und in Gruppenpraxen bis zu 80 Wochenstunden.

Als weitere Rahmenbedingungen legt das Gesetz fest, dass eine Anstellung nur im Fach des Ordinationsinhabers/Gesellschafters erfolgen darf. Der/Die Inhaber/in der Einzelpraxis bzw. die Gesellschafter der Gruppenpraxis müssen außerdem weiterhin maßgeblich selbst in der Ordination tätig sein. Den Patienteninnen und Patienten ist tunlichst die freie Arztwahl unter den verfügbaren Ärztinnen/Ärzten zu gewähren. Die „medizinische Letztverantwortung" für sein Handeln trägt immer der angestellte Arzt/die angestellte Ärztin selbst.

Gesamtvertragliche Regelungen über den Einsatz von angestellten Ärztinnen/Ärzten in Kassenordinationen bzw. kassenärztlichen Gruppenpraxen sind zwischen der Österreichischer Ärztekammer und dem Hauptverband zu treffen. Sofern ein solcher Gesamtvertrag nicht anwendbar ist, müssen entsprechende Regelungen im Kassen-Einzelvertrag erfolgen.

Derzeit wird auf Bundesebene sowohl über den Gesamtvertrag als auch über einen Kollektivvertrag für Ärzte, die bei Ärzten/Gruppenpraxen angestellte sind, verhandelt. (Stand August 2019)

Absicherung der freiberuflichen Ordinationsvertretung

Im Ärztegesetz wurde festgelegt, dass die fallweise oder regelmäßige Vertretung in einer Ordination bzw. Gruppenpraxis als freiberufliche Tätigkeit und somit nicht als Anstellung gilt, wenn der Ordinationsinhaber während der Vertretung nicht überwiegend (das heißt mehr als 50 Prozent) selbst in der Ordination anwesend ist.