Ein einziger Tag Lockdown kostet weit mehr als die Durchimpfung der Bevölkerung Österreichs

Presseinformation vom 17. März 2021

Impfen ist medizinisch und ökonomisch die beste Strategie

In Österreich kann ein dritter Lockdown aufgrund der COVID-19-Pandemie derzeit nicht nur nicht ausgeschlossen werden, er wird sogar mit den aktuell steigenden Infektionszahlen wahrscheinlicher und ist regional bereits Realität. „Wenn man überhaupt von einem drohenden dritten Lockdown sprechen kann, solange der zweite nicht zur Gänze vorbei ist. Derzeit haben wir ja in etlichen Bezirken nicht nur einen Lockdown, sondern zusätzlich auch einen Lockin“, meint der Präsident der niederösterreichischen Ärztekammer, Dr. Christoph Reisner, MSc.

Lockdown für Gesellschaft am teuersten – Impfen am günstigsten

Derzeit kommen in Österreich hauptsächlich zwei Vakzine gegen schwere Krankheitsverläufe von COVID-19 zum Einsatz. Diese sind vergleichsweise günstig und kosten knapp EUR 2,-- pro Impfstich im Fall des AstraZeneca-Impfstoffs und EUR 12,-- im Falle des BioNTech/Pfizer-Impfstoffs. „Selbst dann, wenn man 6 Millionen in Österreich lebende Menschen je zweimal mit dem teureren mRNA-Impfstoff impfen würde, wäre das dennoch wesentlich günstiger als ein monatelanger Lockdown“, ist Reisner überzeugt und die Zahlen geben ihm recht: 144 Millionen Euro müssten dafür aufgebracht werden, das sind um 46 Millionen Euro weniger als der Lockdown an einem einzigen Tag kostet.

Ende letzten Jahres schätzte das Wirtschaftsforschungsinstitut die Kosten des zweiten Lockdown für die heimische Wirtschaft auf etwas über 190 Millionen Euro täglich. Testen und Tracen sind selbstverständlich wichtige Maßnahmen gegen die weitere Ausbreitung von SARS-CoV-2, aber auch diese gehen aufgrund der Kosten für die Tests enorm ins Geld. So kostet ein PCR-Test den Bund und somit den Steuerzahler rund EUR 60,-, ein Antigentest rund EUR 25,-. Reisner stellt daher klar: „Impfen stellt nicht nur für jeden Einzelnen, sondern auch für die Gesellschaft die beste Strategie im Kampf gegen die Corona-Pandemie dar – und das nicht nur aus medizinischer Sicht, sondern auch aus wirtschaftlicher. Impfungen schützen nicht nur Menschen, sondern auch das Gesundheitssystem, sie helfen den Ärztinnen und Ärzte bei ihrer Arbeit und bieten allen geimpften Menschen nahezu ein Leben wie vor Coronazeiten.“

Der Präsident der Ärztekammer für Niederösterreich wiederholt daher seine Forderung an den Bund, alles zu unternehmen, um rasch zusätzliche Impfstoffe zu erhalten, das Impftempo zu erhöhen und jedem die Möglichkeit zu geben, sich impfen zu lassen.

 

Rückfragehinweise:
Ärztekammer für Niederösterreich, Pressestelle
Mag. Birgit Jung
Tel. +43 1 53751 623, +43 676 848457 323
Dr. Sigrid Ofner
Tel +43 1 53 751 636, +43 676 848457 105
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Wien, 17. März 2021

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