Die aktuelle Situation stellt für alle (Zahn-)Ärztinnen und (Zahn-)Ärzte eine große Herausforderung dar. Durch die verhängten Einschränkungen kommt es gerade bei freiberuflich tätigen (Zahn-)Ärztinnen und (Zahn-)Ärzten zu teils massiven Umsatzrückgängen. Im Folgenden finden Sie Fragen und Antworten zu wirtschaftlichen Belangen bezüglich Wohlfahrtsfonds im Zusammenhang mit COVID-19. (Stand: 19.3.2020)

Fragen bei Umsatzeinbruch und wirtschaftlichen Schwierigkeiten

Eine Entlastung in dieser außergewöhnlichen Situation kann zunächst insbesondere über die Beitragsseite erfolgen. Durch einen aktuellen Umsatzeinbruch wird Ihre Liquidität akut beeinträchtigt. Um dieser Belastung schnell und wirkungsvoll entgegenzuwirken, haben Sie die Möglichkeit, eine Stundung Ihrer Beiträge und Umlagen zu beantragen.

Die Stundung der Beiträge ist somit in der aktuellen Situation das Instrument der Wahl!

Der Antrag kann formlos z.B. per E-Mail unter wff(at)arztnoe.at, gestellt werden. Geben Sie dazu bitte Gründe bekannt und stellen Sie die Auswirkungen z.B. der Corona-Krise auf Ihre wirtschaftliche Situation dar. Hier helfen uns Zahlen, Daten und Fakten bei der richtigen Einschätzung. Führen Sie bitte auch den Zeitpunkt an, bis zu dem die Stundung Ihrer Beiträge erfolgen soll.

Eine Stundung der Beiträge stellt keinen Erlass der Beiträge dar, aber die an sich fällige Zahlung wird auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Es handelt sich also um einen Zahlungsaufschub.

Unabhängig von der Stundung der Beiträge besteht auch die Möglichkeit, eine Ermäßigung der Beiträge zu beantragen. Die Voraussetzungen dafür stellen das Vorliegen berücksichtigungswürdiger Umstände sowie eine Einschränkung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit dar.

Da das Ausmaß der Reduktion der Einnahmen von vornherein noch nicht feststeht, empfiehlt es sich, einen Ermäßigungsantrag erst im Nachhinein zu stellen.

Antrag auf Ermäßigung mit Nachweis über die aktuellen Einnahmen

Eine Ermäßigung wird – wie auch schon bisher – unter Vorlage eines Nachweises über die aktuellen Einnahmen beantragt. Auch hier gibt es kein Formular, Sie können den Antrag frei stellen. Bringen Sie hier jedenfalls vor, in welchem Ausmaß Ihre aktuellen Einnahmen zurückgegangen sind, und dokumentieren Sie das anhand z.B. einer aktuellen Saldenliste, idealerweise mit Vorjahresvergleich. Natürlich können Sie auch weitere Gründe vorbringen, die Ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eingeschränkt haben.

Bitte bedenken Sie jedenfalls, dass die Beiträge grundsätzlich einer Jahresbetrachtung unterliegen. Bei einer Entscheidung über eine Ermäßigung wird insbesondere die Angemessenheit der Beiträge im Verhältnis zu den Einnahmen geprüft. Die Ermäßigung kann nur durch Beschluss im Verwaltungsausschuss ausgesprochen werden.

Eine generelle Ermäßigung der Beiträge ist nicht vorgesehen.

Wir ersuchen um Verständnis dafür, dass im Wohlfahrtsfonds die Beiträge und Leistungen aller Mitglieder verwaltet werden. Jedwede Verfügung über diese Mittel kann daher nur aufgrund der notwendigen Gesamtschau und unserer Normen erfolgen, weshalb eine generelle Ermäßigung der Beiträge nicht vorgesehen ist.

Aufgrund eines Beschlusses der Vollversammlung wurde für alle Ärztinnen und Ärzte die gesamte Kammerumlage für das vierte Quartal 2020 (Beitragsmonate Oktober bis Dezember 2020) in der Höhe von insgesamt über EUR 2,3 Mio. zu 100 Prozent ermäßigt. Die Reduktion umfasst sowohl die Umlage für die Ärztekammer für Niederösterreich als auch jene für die Österreichische Ärztekammer.

Die Umsetzung erfolgt automatisch und bedarf keines eigenen Antrages.

Sollten Sie Ihre Beiträge mittels Dauerauftrages entrichten, ersuchen wir Sie, die Kammerumlage für die Beitragsmonate Oktober bis Dezember 2020 auszusetzen.

Mitglieder des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich haben bei Krankheit und Behandlung in Form häuslicher Pflege oder stationären Aufenthalts, bei Rehabilitationsaufenthalten im unmittelbaren Anschluss an einen Krankenstand sowie während des (vorzeitigen) Mutterschutzes Anspruch auf Krankenunterstützung.

Selbstverständlich stellt auch eine Infektion mit dem Coronavirus COVID-19 eine Krankheit dar, aufgrund derer ein Anspruch besteht. Sie finden unten weitere Informationen zur Antragstellung. Bitte legen Sie uns als Nachweis über die Erkrankung in diesem Fall den Bescheid der Bezirksverwaltungsbehörde über die Absonderung vor, sofern Sie über keine Krankschreibung verfügen.

Wenn Sie aufgrund Kontakts mit einer infizierten Person unter Quarantäne gestellt wurden, selbst jedoch nicht erkrankt sind, liegt keine Krankheit im Sinne unserer Satzung vor. In diesem Fall besteht daher kein Anspruch auf Krankenunterstützung.

Weitere Infos zur Krankenunterstützung finden Sie hier.

Formular: L09 - Antrag auf Krankenuntersützung

Solidaritäts- und Notstandsfonds

Neben den Unterstützungen auf der Beitragsseite ist der Vollständigkeit halber auf den Solidaritäts- und Notstandsfonds hinzuweisen.

Die Satzung sieht vor, dass Mitglieder und ihre Angehörigen im Fall eines wirtschaftlichen Notstandes Leistungen aus diesem Fonds beantragen können. Es handelt sich bei diesem Instrument jedoch um die „ultima ratio“, um in extremen Notfällen Unterstützung zu bieten. Eine wesentliche Voraussetzung für die Inanspruchnahme von Leistungen aus diesem Fonds ist neben der durchgehenden Beitragsleistung auch die Vorlage eines vollständigen Vermögensbekenntnisses (Erhebungsblatt zum Notstandsfonds). Das entsprechende Formular sowie weitere Hinweise zur Leistung finden Sie hier.

Refundierung von Guthaben

Bitte prüfen Sie, ob wir Sie in letzter Zeit über das Vorliegen eines Guthabens informiert haben. Durch die Refundierung von etwaigen Guthaben können wir zeitnah etwas zur Stärkung Ihrer Liquidität beitragen. Zögern Sie nicht, die Rückzahlung zu beantragen. Einen entsprechenden Formularlink finden Sie unten.

Formulare:

Wenn Sie Ihren Beruf als (Zahn-)Arzt oder (Zahn-)Ärztin aufgrund der gegenwärtigen Situation nicht mehr ausüben können (sei es aufgrund massiver Umsatzeinbußen, sei es aufgrund von Quarantänevorschriften), besteht auch die Möglichkeit, sich aus der (Zahn-)Ärzteliste streichen zu lassen. Dies hat jedoch gravierende Auswirkungen auf Ihre Ansprüche beim Wohlfahrtsfonds. Weiters können Sie nicht als (Zahn-)Ärztin oder (Zahn-)Arzt tätig sein. Ein Schritt, den wir Ihnen ohne Rücksprache im WFF der Ärztekammer für Niederösterreich nicht empfehlen können.