Referat für Gender- und Familienangelegenheiten und Sexualmedizin

Gendergerechte Sprache und Bedingungen

Wofür steht Gender?

Gender (englisch, sprich: „dschänder") steht für das soziale Geschlecht im Gegensatz zum biologischen (vgl. englisch „sex"). Damit werden die gesellschaftlich geschaffenen Unterschiede zwischen Frauen und Männern angesprochen.

Was bedeutet Gender Mainstreaming?

Gender Mainstreaming ist die (Re)Organisation, Verbesserung und Evaluierung aller Entscheidungsprozesse mit dem Ziel, dass die an der politischen Gestaltung beteiligten Akteurinnen und Akteure den Blickwinkel der Gleichstellung in allen Bereichen und auf allen Ebenen einnehmen (Definition Europarat und EU-Leitlinie seit 1997).

Auf das Referat umgelegt könnte man sagen

Es gilt, Bedingungen zu erarbeiten, die Frauen und Männern gleichermaßen befriedigendes Arbeiten im ärztlichen Beruf ermöglichen, Gleichstellung und gleiche Möglichkeiten vorausgesetzt. Ziele des Referates sind, Bewusstsein zu schaffen, die Kammermitglieder zu informieren und ihnen gegebenenfalls mit Rat und Tat zu Seite zu stehen.

Wieso gendergerechte Sprache?

Sprache schafft Bewusstsein - sie transportiert vielfach nur den männlichen Part, auch wenn sie auf den ersten Blick geschlechtsneutral erscheint. Fast 50 Prozent der Kammermitglieder sind weiblich und es ist ein Gebot der Stunde, sie auch anzusprechen und sie nicht nur „mitzumeinen". Um in der deutschen Sprache gendergerecht zu formulieren, kann man sich verschiedener Methoden bedienen -
» siehe Leitfaden Geschlechtergerechtes Formulieren

Aus dem NÖ Gleichbehandlungsgesetz

§ 8 Frauenförderungsgebot:
Der Dienstgeber hat sich zu bemühen, eine bestehende Unterrepräsentation von Frauen zu beseitigen. Frauen sind unterrepräsentiert, wenn der Frauenanteil an der Gesamtzahl der Dienstnehmer/innen in einem Dienstzweig oder in leitenden Funktionen in einem Dienstzweig unter 40 Prozent beträgt.
Dieses Gesetz gilt selbstverständlich auch für Spitalsärztinnen.

§ 10 Förderung bei Aufnahme und Aufstieg:
Dieser Paragraph behandelt in mehreren Punkten, dass die Unterrepräsentation von Frauen abzubauen ist sowie dass Bewerberinnen nach Berufspause bei Betreuung von Kindern oder Angehörigen bevorzugt aufzunehmen sind und Dienstnehmende in Karenz- oder Sonderurlaub bei Aus- und Weiterbildung gleichzustellen sind etc.
Diesbezüglich ist die NÖ Gleichbehandlungskommission eingerichtet worden. Gleichbehandlungsbeauftrage ist Dr.in C. Rosenbach. E-Mail: post.gbb(at)noel.gv.at

Schwangerschaft, Mutterschutz, Karenz, Kindergeld

Wichtige Informationen dazu finden Sie u.a. auf  www.oesterreich.gv.at

Wiedereinstieg nach der Babypause

Einige Spitäler haben Kinderbetreuungseinrichtungen wie Betriebskindergärten und Krabbelstuben. Nach drei Jahren ununterbrochener Beschäftigung (Babypause inkludiert) hat man gesetzlichen Anspruch auf Elternteilzeit. Aufgrund dieses Gesetzes können Eltern von Kindern bis Schuleintritt bzw. Vollendung des 7. Lebensjahres Umfang und Zeiteinteilung ihrer Arbeitszeit größtenteils selbst wählen und definieren. Das Land NÖ spricht davon, dass es diese Teilzeitmöglichkeit bis zum 18. Lebensjahr ausdehnt. Dabei handelt es sich allerdings um eine „normale" Teilzeitvereinbarung.

Niederlassung

In der gesamtvertraglichen Vereinbarung zwischen der Ärztekammer NÖ und dem Hauptverband österreichischer Sozialversicherungsträger wurde eine Frauenquote zur Sicherstellung einer ausgewogenen Versorgung mit Vertragsärztinnen bzw. -ärzten vereinbart (§12) bzw. Frauenförderung verankert (§13). Zusätzlich wurde vom Gesundheitsministerium gemeinsam mit der Frauenministerin die positive Diskriminierung von Gynäkologinnen beschlossen.

Gynäkologie: Änderung der Reihungskriterien-Verordnung

Gender Medizin

Gender-Specific Medicine schenkt als Wissenschaft der Beachtung der biologischen Unterschiede von Mann und Frau besondere Aufmerksamkeit. Sie beschäftigt sich damit, wie Symptome, Mechanismen und Behandlungen in Abhängigkeit von Gender-Aspekten variieren.
(Marianne Legato, 1997)

Schwerpunkt des Referates bleibt die Agenda der Ärztinnen und Ärzte, aber selbstverständlich gibt es Berührungspunkte und Vernetzung mit Forschenden im Bereich der Gender Medizin - siehe auch www.gendermedizin.at