Mitglieder des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich können ab Vollendung des Regelpensionsalters (65 Jahre), frühestens jedoch ab dem 60. Lebensjahr die Altersversorgung in Anspruch nehmen. Diese setzt sich aus einem umlagefinanzierten (Grundrente) und einem kapitalgedeckt finanzierten (Zusatzleistung) Standbein zusammen.

FAQ zur Altersversorgung

Folgende Voraussetzungen müssen Sie erfüllen, um Anspruch auf Altersversorgung aus dem Wohlfahrtsfonds (WFF) zu haben:

  • Vollendung des 65. Lebensjahres
    Ein vorzeitiger Pensionsantritt ist mit Vollendung des 60. Lebensjahres mit Abschlägen möglich.
  • Kündigung sämtlicher Verträge mit den Sozialversicherungsträgern
  • keine Beteiligung an einer Gruppenpraxis, die einen Vertrag mit einem Sozialversicherungsträger hat
  • Beendigung sämtlicher Dienstverhältnisse (ausgenommen Dienstverhältnisse im Sinne des § 1 NÖ Gemeindeärztegesetzes 1977)
  • Begleichung aller Vorschreibungen zum Wohlfahrtsfonds; es dürfen weder Ratenzahlung noch Stundung bestehen

Der Pensionsantrag wird idealerweise rund zwei Monate vor dem geplanten Antrittsdatum, das immer auf einen Monatsersten fällt, eingebracht, spätestens jedoch innerhalb von drei Monaten danach. Wird der Antrag mehr als drei Monate nach dem gewünschten Antrittszeitpunkt gestellt, kann die Pension erst ab dem Monat der Antragstellung gewährt werden. Generell ist zu beachten, dass die Voraussetzungen zum Antrittsdatum erfüllt sein müssen.(PDF: Formular L01 und Formular L02- für Zahnärzte)

Die Wohlfahrtsfondspension setzt sich aus der Grundrente und der Zusatzleistung zusammen.

1. Grundrente

Die Grundrente ist der im Umlageverfahren gedeckte Teil der WFF-Pension. Die Berechnung des Anspruchs wird nach folgendem Schema ermittelt:

     Grundrente
-    Absenkung seit 1.4.2009
+/- Ab- bzw. Zuschlag wegen Inanspruchnahme nach/vor Regelpensionsalter


=  Leistungshöhe Grundrente

   

Grundrente
Durch die Einzahlungen zur Grundrente werden monatlich Anwartschaften erworben (bis 31.3.2009 monatlich maximal 0,2775 Prozent, ab 1.4.2009 monatlich maximal 0,238 Prozent). Bei Pensionsantritt ergibt die Summe der erworbenen Anwartschaften die Brutto-Grundrente.

Absenkung seit 1.4.2009
Seit 1.4.2009 ist die Grundrente (derzeit maximal EUR 1.472,87) um monatlich 0,125 Prozent gesunken, bis sie am 1.4.2019 EUR 1.251,94 erreicht hat (Übergangsfrist zehn Jahre). Diese Absenkung kam gleichermaßen für alle seit 1.4.2009 aktiven WFF-Mitglieder zur Anwendung. Aktuell beträgt die maximale monatliche Grundrente (100 Prozent) somit EUR 1.251,94.


2. Zusatzleistung

Die Zusatzleistung ist der im Kapitaldeckungsverfahren finanzierte Teil der Wohlfahrtsfondspension. Die Berechnung des Anspruchs wird nach folgendem Schema ermittelt:

     Zusatzleistung bis 31.3.2009
-    Reduktion des Verrentungsfaktors für Beiträge bis 31.3.2009
+   Zusatzleistung ab 1.4.2009
+/- Ab- bzw. Zuschlag wegen Inanspruchnahme vor/nach Regelpensionsalter

=   Leistungshöhe Zusatzleistung


Zusatzleistung bis 31.3.2009
Einzahlungen zur Zusatzleistung werden auf ein individuelles Konto gebucht. Zur Ermittlung der Leistung werden die einbezahlten Beiträge mit dem Verrentungsfaktor multipliziert.
Für Einzahlungen bis zum 31.3.2009 beträgt der Verrentungsfaktor zunächst einheitlich 0,8 Prozent.

Reduktion des Verrentungsfaktors für Beiträge bis 31.3.2009
In der Folge wird der Verrentungsfaktor entsprechend der versicherungsmathematischen individuellen Unterdeckung reduziert.

Zusatzleistung ab 1.4.2009
Für Einzahlungen seit dem 1.4.2009 richtet sich der Verrentungsfaktor nach dem Einzahlungsalter. Die Faktoren sind im Anhang V der Satzung WFF festgelegt.

Das Regelpensionsalter ist das vollendete 65. Lebensjahr. Die Pension kann bereits mit Vollendung des 60. Lebensjahres angetreten werden, wobei ein Abschlag von 0,4 Prozent pro Monat der Unterschreitung des Regelpensionsalters zur Anwendung kommt.

Wird die Pension nach Vollendung des 65. Lebensjahres in Anspruch genommen, wird ein Zuschlag von 0,5 Prozent pro Monat der Überschreitung des Regelpensionsalters gewährt.

Seit dem Jahr 2016 bietet der Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich allen Mitgliedern, die Ansprüche erworben haben, auf der Website eine Online-Pensionsauskunft. Dort ist die voraussichtliche Pensionshöhe bei unveränderter Zahlung der aktuellen Beiträge zur Grundrente und Zusatzleistung, bei Zahlung des Höchstbeitrages und bei Einstellung der Beitragsleistung abrufbar. Ihre künftige Wohlfahrtsfondspension ist damit transparent, verständlich und nachvollziehbar.

Aus Datenschutzgründen ist für das Abrufen Ihrer persönlichen Daten eine Handysignatur notwendig, die Sie sich in jeder Abteilung der NÖ Ärztekammer einrichten lassen können. Informationen dazu erhalten Sie in der Ärztekammer unter +43 1 53751 7000 oder unter www.handy-signatur.at, wo Sie auch alle übrigen Registrierungsstellen für die Handysignatur finden. Verfügen Sie bereits über eine Handysignatur, können Sie sofort unter https://pensionshochrechner.arztnoe.at mit Ihren Zugangsdaten einsteigen und erhalten einen Überblick über Ihre persönlichen Pensionsdaten.

Während des Mutterschutzes, der (Väter-)Karenz und des Präsenz-/Zivildienstes kann eine starke Ermäßigung der Beiträge beantragt werden. Dennoch erwirbt man eine Anwartschaft von 50 Prozent des jährlich durchschnittlich erworbenen Leistungsanspruches vor Beginn des Mutterschutzes, der (Väter-)Karenz oder des Präsenz-/Zivildienstes. Diese Begünstigung gilt nur für jene Beitragszeiten, während denen man auch Mitglied im Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer für Niederösterreich war.

Nein, es gelten für beide Geschlechter dieselben Voraussetzungen (auch beim Antrittsalter). Die Bonus-Anwartschaft während des Mutterschutzes bzw. der Karenz genießen auch Väter in Väterkarenz und männliche Mitglieder während des Präsenz- und Zivildienstes.

Nein, es gibt keine Mindestpension. Die Leistungshöhe basiert auf der Höhe sowie dem Zeitpunkt der Einzahlungen des jeweiligen Mitgliedes. Für Beiträge zur Grundrente gilt dabei das Äquivalenzprinzip (Anteil am Höchstbeitrag = Anteil an der Höchstpension).

Es ist auch keine Mindestanzahl an Versicherungsmonaten notwendig. Der Pensionsanspruch besteht bei Beitragsentrichtung theoretisch ab dem ersten Tag.

Ab 1.1.2020 ist die Abfindung von Kleinstpensionen in der Satzung des Wohlfahrtsfonds vorgesehen.

Die Versorgungsleistungen des Wohlfahrtsfonds werden 14-mal jährlich im Nachhinein ausbezahlt (Sonderzahlungen werden mit der Juni- bzw. der Novemberpension überwiesen).

Pensionssicherungsbeitrag zur Grundrente

Von jenen Ärzten, die die Wohlfahrtsfondspension bereits vor dem 31.3.2019 in Anspruch genommen haben, wird ein Pensionssicherungsbeitrag einbehalten. Dieser wird als Prozentsatz der Grundrente berechnet und beträgt maximal 15 Prozent.

Von jenen Ärzten, die die Wohlfahrtsfondspension ab dem 1.4.2019 oder danach in Anspruch nehmen, wird kein Pensionssicherungsbeitrag mehr einbehalten, da die versicherungsmathematisch erforderliche Kürzung bereits durch die Absenkung der Grundrente vor der Pension erfolgt ist (Siehe auch "Wie wird die Pension aus dem Wohlfahrtsfonds berechnet? Absenkung seit 1.4.2009").

Weitere Abzüge

Immer

  • Bestattungsbeihilfe und Hinterbliebenenunterstützung
  • Solidaritätsfonds

Gegebenenfalls

  • Sonderklasseversicherung
  • Kammerumlage (bei ärztlicher Tätigkeit)

Alle Abzüge werden lohnsteuersenkend berücksichtigt.

Ja, während des Bezuges der Altersversorgung kann die ärztliche Tätigkeit weiterhin freiberuflich als Wohnsitz- oder Wahlarzt ausgeübt werden, allerdings gibt es eine Zuverdienstgrenze. Wird diese überschritten, kommt es zu einer Kürzung beziehungsweise Ruhendstellung der Pension im Zweitfolgejahr. Ein Einkommensnachweis ist einmal jährlich unaufgefordert vorzulegen.

Bezüglich der Höhe der Zuverdienstgrenze gelten unterschiedliche Regelungen, je nachdem, ob das Regelpensionsalter bereits erreicht wurde oder noch nicht.

Zuverdienstgrenze bis zum Erreichen des Regelpensionsalters (65 Jahre)
Überschreiten die Jahreseinkünfte (Gewinn vor Steuern) aus ärztlicher Tätigkeit das 12-fache der monatlichen Höchstpension der Grundrente (derzeit EUR 17.674,44), wird die Altersversorgung im Ausmaß der Überschreitung im Zweitfolgejahr gekürzt. Übersteigen die Jahreseinkünfte die festgelegte Zuverdienstgrenze um 100 Prozent, wird die Pensionsleistung (Grundrente und Zusatzleistung) im Zweitfolgejahr ruhend gestellt.

Zuverdienst ≤ EUR 17.674,44 => keine Kürzung
Zuverdienst ≤ EUR 35.348,88 => Kürzung im Überschreitungsausmaß 1
Zuverdienst > EUR 35.348,88 => Ruhendstellung

1 z.B. Zuverdienst EUR 25.000,00 = Überschreitung um EUR 7.325,56

(EUR 7.325,56 / EUR 17.674,44) = 41,45 Prozent (Kürzungsfaktor) => Auszahlung der Pensionsleistung im Ausmaß von 58,55 Prozent

Zuverdienstgrenze ab Erreichen des Regelpensionsalters (65 Jahre)

Ab Vollendung des 65. Lebensjahres (Regelpensionsalter) beträgt die Zuverdienstgrenze das 24-fache der maximalen Grundrente (derzeit EUR 35.348,88 Jahreseinkünfte aus ärztlicher Tätigkeit), wobei eine allfällige Überschreitung nur zu einer Kürzung in Höhe von 50 Prozent der Überschreitung führt. In jedem Fall wird zumindest eine Pension von 50 Prozent ausbezahlt.

Zuverdienst ≤ EUR 35.348,88 => keine Kürzung
Zuverdienst ≤ EUR 70.697,76 => Kürzung im Überschreitungsausmaß und davon 50 Prozent 1
Zuverdienst > EUR 70.697,76 => Kürzung im Ausmaß von 50 Prozent

1 z.B. Zuverdienst EUR 45.000,00 = Überschreitung um EUR 9.651,12

(EUR 9.651,12 / EUR 35.348,88) x 50 Prozent = 13,66 Prozent (Kürzungsfaktor) => Auszahlung der Pensionsleitung im Ausmaß von 86,34 Prozent

1. Pension ab 65: Entfall der Antrittsvoraussetzungen

Ab 1.1.2020 kann mit Vollendung des 65. Lebensjahres die Pension in Anspruch genommen werden, ohne dass

  • der Kassenvertrag zurückgelegt oder
  • das Dienstverhältnis beendet werden muss.

Aktualisierte Formulare finden Sie hier: Für Ärzte (Formular L01 - Antrag auf Altersversorgung), für Zahnärzte (Formular L02 - Antrag auf Altersversorung für Zahnärzte)

Wird die Pension vor Vollendung des 65. Lebensjahres in Anspruch genommen, bleiben diese Voraussetzungen jedoch weiterhin aufrecht.

2. Pension nach 65: Entfall des Zuschlages von 0,5 Prozent pro Monat

Ab 1.1.2020 entfällt der monatliche Zuschlag von 0,5 Prozent pro Monat für Beitragsmonate nach 65. Bisher angesammelte Zuschläge bleiben erhalten. Beitragsleistungen vor Pensionsantritt – auch nach Vollendung des 65. Lebensjahres – erhöhen selbstverständlich auch weiterhin den Pensionsanspruch.

3. Entfall der Zuverdienstgrenze

Ab 1.1.2020 entfallen für alle pensionsbeziehenden Mitglieder die Zuverdienstgrenze und damit mögliche Kürzungen der Pensionszahlungen.

4. Höchstbemessungsgrundlage der Zusatzleistung: EUR 400.000,--

Mit 1.1.2020 wird die Höchstbemessungsgrundlage der Zusatzleistung von aktuell EUR 358.275,-- auf EUR 400.000,-- erhöht. Die jährliche maximale Beitragshöhe aus diesem Titel von EUR 17.913,72 bleibt davon unberührt.

 

Weiters kommt für Einzahlungen zur Zusatzleistung ab 2020 eine neue Verrentungstabelle zur Anwendung.